Apr 18 2011
Nach mehreren Wochen voller lustigen, spannenden, unvergesslichen Unternehmungen, lasse ich den ereignisreichen Schub überschwappen auf meinen Blog und melde mich wieder zu Wort. Denn am Montag geht es – nach über 8 (in Worten: ACHT) Monaten Pause – bei mir wieder bunt los mit dem Studium. Aktuell überwiegt die Freude noch, mal sehen, wie lange das dieses Semester anhält. Heute habe ich, wie in den letzten Wochen auch einige Male, ein bisschen Uni-Luft geschnuppert und mich mit zwei Freundinnen zum Mensa-Essen verabredet. Schließlich muss ich mich ja allmählich wieder an Essenspläne, Schlangen und viel zu dicken Pudding gewöhnen. Und wie ich heute feststellen musste: auch an die “Erstis”.
Wir waren alle selbst mal “Erstis” – Studenten im ersten Semester. Alles war neu, die Uni groß und viele Sachen verwirrend. Es schien, als würde man nie zurechtkommen und überhaupt komplett versagen. Mein Ersti-Status ist nun gut sechs Semester her und ich bin damit in einem neuen Stadium gelandet. Dem Wir-Belächeln-Erstis-Stadium.
Es beginnt schon auf dem Weg zwischen U-Bahn Haltestelle und Campus: auf halber Strecke gilt es, eine Straße zu überqueren; Verkehr geht in beide Richtungen. In der Mitte ist eine kleine Verkehrsinsel, kein Zebrastreifen. Fast 50 Meter weiter ist aber eine Ampel. Ca. 70% laufen quer über die Straße, die Autos halten, wenn auch unfreiwillig, an. Die restlichen trotten zur Ampel, die übrigens gefühlt nur alle 10 Minuten auf grün schaltet, warten und gucken dabei zu, wie alle anderen früher am Campus sind. Die erste Hürde, die man als Ersti bewältigen muss. Die Weiteren sind Raumfindung, wie viele und was für Beilagen zu welchem Essen gehören, Modul- und Scheinprobleme auch auf der laaaaaangen “Was-ich-alles-als-Ersti-lernen-muss”-Liste.
Ich weiß nicht, ob es der Nostalgie wegen ist, oder weil man in der Uni auch einfach mal was zum Reden, abseits des Seminar-Stoffs natürlich, braucht. Eins weiß ich sicher: ich werde die nächsten Wochen auf der Wiese on Campus sitzen, viele verwirrte, verzweifelte und lustige Gesichter sehen, bevor ich meine Standard-Frage stelle: “Du scheinst neu hier zu sein – wo willstn’ hin?”







Nach Wochen des Lernens, Schweißbadens und der Nervosität hab ich es geschafft: Ich habe meine Zwischenprüfung mit 1,7 bestanden! Zwar gingen die Fragen in eine etwas andere Richtung, als ich dachte, aber ich habe es gemeistert. Ich bin erleichtert, dass es so gut lief und freute mich riesig, dass einige meiner engsten Freunde mich direkt nach der Prüfung schon erwarteten. Danach ging es schön zum Mittagessen in der großen Runde und abends folgte ein gemütlicher, feucht-fröhlicher Abend bei mir zu Hause. Und gestern holte ich den verpassten Schlaf der vergangenen Wochen nach.

