Aug 09
Wochenendtrip Wetzlar
Letztes Wochenende packten ein paar Freunde und ich unsere großen Taschen und machten uns Freitag Nachmittag ab nach Wetzlar, Hessen für einen kleinen Kurz-Trip. Da sich in nächster Zeit einiges in unserem Freundeskreis verändern wird, nutzten wir die Gelegenheit noch einmal gemeinsam wegzufahren. Für ein entferntes Ziel hatten wir alle keine Zeit, aber uns ging es in erster Linie um die gemeinsame Unternehmung.
Nach knapp einer Stunde Autofahrt erreichten ein Freund und ich die von uns gemietete Ferienwohnung, die etwas entfernt von der Innenstadt Wetzlars war. Die Wohnung war für den Preis ziemlich gut; die urige Einrichtung lud zum Entdecken ein, sodass wir uns erst einmal umsahen um uns über viele verschiedene und witzige Dinge zu belustigen. Altes Geschirr und ein Radio, aus dem nur ein Klassik-Sender dröhnen konnte waren da die wohl unspektakulären Dinge auf der Liste der Kuriositäten dieser Wohnung.

Wir erkundeten zunächst die nähere Umgebung und testeten gleich mal die Eisdiele um die Ecke, welche ziemlich große Waffeln anbot. Später trudelten die restlichen 3/5 der Truppe ein und nach einem Lebensmitteleinkauf für die nächsten Tage machten wir uns dann zu Fuß Richtung Innenstadt, um zu Abend zu essen. Nicht nur die Speisekarte war lustig:

Wir aßen in einem deutschen Restaurant am Dom und bestellten uns das Wetzlarsche Leibgericht: Kartoffelpfanne mit Mettwurst, Zwiebel und Ei. Sehr lecker – auch zum Selbstmachen für zu Hause. Danach machten wir uns wieder Richtung Ferienwohnung, denn der Weg war doch länger als gedacht. Der Abend klang mit einem gemütlichen Beisammensein und ein paar Getränken aus.
Der Samstag begann mit frischen Brötchen vom Bäcker umme Ecke und hausgemachter Marmelade von der Ferienwohnung-Besitzerin. Gleich danach setzten wir uns in ein Auto und düsten zum Einkaufszentrum, denn das letzte Sommer-Schluss-Verkaufs-Wochenende muss ausgenutzt werden. Der Vorteil, das in Wetzlar zu machen: im Zentrum waren vorwiegend Leute der älteren Generation, sprich wenig Lärm und wenig los.

Nach ein paar Stunden machten wir uns mit einem vollen Kofferraum auf den Weg in die Alt- und Innenstadt, wo wir etwas rumliefen und uns die alten Fachwerkhäuser anschauten. Es gibt viele kleine Gässchen und Straßen und viel Grün. Doch Wetzlar ist nichts für Lauffaule, denn überall, auch außerhalb der Innenstadt, gibt es viele Steigungen nahe der 12%-Marke.

Abends kochten wir alle zusammen in der Ferienwohnung, aßen, lachten, redeten über Gott und die Welt, wie man doch so schön sagt. Der Tag lag ein bisschen in den Knochen, sodass alle gut einschliefen.

Am Sonntag dann die traurige Überraschung: Regen, Regen, Regen! Hatten wir doch vor, an den Dutenhofener See zu fahren und ein bisschen zu baden. Eine Alternative musste her. Zum Glück erfuhren wir noch rechtzeitig von einem Erlebnisbad in Aßlar, 20 Autominuten nördlich von Wetzlar. Wir packten, übergaben die Wohnung und machten uns dann in zwei Autos nebeneinander auf den Weg. Hier möchte ich auch noch festhalten, dass das Frauen-Auto zuerst am Ziel ankam.
Das Erlebnisbad war schön, besonders das Solebad, für das man nur einen Euro Aufpreis zahlen musste. Man bekam eine ruhigere Ecke, abseits vom Schwimmbadtrubel und konnte ins Außenbecken. Eine Rutsche mit Zeitmessung gab es auch, einer von uns schaffte einen Tagesrekord, den er bis 17 Uhr auch hielt. Auch wenn ein wenig Glück dabei war, dass die Zeitmessung irgendwie vorher auf Null gesetzt wurde. Müde und ausgelaugt machten wir uns am späten Nachmittag wieder auf den Weg nach Hause.

Die Autofahrt war ruhig. Müdigkeit und Erschöpfung machte sich breit. Ein bisschen Stau und ein großer Regenguss machte das nicht besser. Nachdem ich alle meine Fahrgäste sicher nach Hause brachte, ließ ich auf den Heimweg das Wochenende revue passieren. Es war ein sehr schöner Kurz-Trip, wir lachten viel, erzählten und waren einfach zusammen. Viele Momente, in denen ich wieder einmal merkte, wie wichtig mir meine Freunde sind. Als ich in die Hauseinfahrt einbog, wurde mir durch das Spielen unseres Liedes vom Wochenende dann endgültig ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert:


